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Feedback!

Wow, nach der Veröffentlichung meiner Kurzgeschichte auf Tobys zahlreichen Podcasts prasseln Feedback, Geschenke, Flattrs und Leanpub-Einkäufe auf mich ein. Soeben habe ich folgendes Radiergummi von meiner Amazon-Wunschliste erhalten :-), danke Toby!

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Flattrs gab es 19 Stück von 14 verschiedenen Supportern. Und Mike war der erste, der über Leanpub eingekauft hat. Leider wohl in der Erwartung das ganze Buch zu bekommen. Der empfohlene Preis von $4,99 hat wahrscheinlich dazu beigetragen. Das war übrigens der Standardpreis von Leanpub, ich habe das mal auf $0,99 runtergesetzt. Tiefer geht nicht, aber den Text kann man ja auch ohne Zahlung runterladen! Auf jeden Fall bin ich jetzt motiviert mehr zu veröffentlichen! Zur Klarstellung dennoch: Die von Toby vorgelesene Kurzgeschichte spielt zwar im selben Universum wie das unveröffentlichte Buch, hat aber noch keine geschriebene Fortsetzung – eine Idee habe ich aber bereits. Das Buch ist unabhängig von dieser Kurzgeschichte.

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Dieser Blog ist kein Picknick

Tach,

mal wieder stehe ich hilflos vor den Tücken der deutschen Sprache. Im letzten Autoren-Feedback wurde der folgende Abschnitt kritisiert:

Die vier Ganoven richteten ihre Harpunengewehre auf uns. „Die sehen nicht so aus, als würden sie zum Sightseeing vorbeikommen!“, sagte Giuseppe.

Kritisiert wurde Giuseppes langweilige Aussage. Als Alternative wurde vorgeschlagen, dass die Ganoven nicht zum Picknicken vorbeigekommen seien. Das erscheint mir aber ähnlich abgelutscht. Gesucht wird also ein Begriff, der sowohl innovativ ist, als auch weiterhin eine ruhige und beschauliche Tätigkeit bezeichnet. Bungy-Jumping kommt also nicht in Frage. Die Ganoven könnten also zum Chillen vorbeikommen oder zum Raclette, Kegeln, Seilspringen etc.

So richtig super fand ich bisher nichts davon. Und jetzt kommt ihr!


Die ein Becher seiende Tasse

Zum Zweiten Mal gab es Feedback zu meinem Roman. Diesmal hatte ich dem Schreibkurs 17 Seiten mitgegeben. Endlich gab es mal vernichtende Kritik. Der Vorwurf zu viele Partizipien zu verwenden, traf mich besonders hart, weil ich die Dinger gar nicht kannte. Anscheinend hatte ich bei ihrer Besprechung im Deutschunterricht nicht partizipiert. Aber zum Glück gibt es Wikipedia:

Ein Partizip ist eine infinite Verbform. Die Bezeichnung deutet auf die Teilhabe an den Eigenschaften sowohl von Adjektiven als auch von Verben hin.

Soweit so unverständlich, aber die Beispiele haben es dann klarer gemacht:

  1. Rathausdeutsch: „Er warf das Halbe Hähnchen in die neben ihm stehende Friteuse.“
  2. Viel besser: „Er stand neben dem Frittierkessel und ließ den ganzen Truthahn vorsichtig hinein sinken.“
  1. Beamtenlaufbahn: „Die nach der Akte greifende Hand war stark behaart.“
  2. Spitzenromanautor: „Die Hand, die nach der Akte griff, war stark behaart.“

Auch das Wort „stattdessen“ wurde mir verboten, stattdessen solle ich lieber weniger formal schreiben. Nahe liegend!

Weitere Erkenntnisse:

  • Unser Kursleiter kannte das Spiel Tetris nicht. Diesem Umstand konnte aber schnell mithilfe eines Handys abgeholfen werden.
  • Auch wenn beides rund ist und einen Henkel hat, darf das Wort Tasse nicht alternativ zum Wort Becher verwendet werden. Schade eigentlich.

Außerdem waren alle empört, dass ich nicht verraten habe, was in dem silbernen Koffer ist.


Reden ist Silber, Tacheles Gold.

Ich spürte, dass ich von etwas Groteskem verfolgt wurde, aber ich wagte nicht zurückzublicken. Dem Geräusch nach zu urteilen, war es ein riesiger sechsbeiniger Käfer, der mich verfolgte. Das sieht nicht gut aus, dachte der Käfer, als er den Abstand zwischen uns genug verkürzt hatte. Von weit oben betrachtet wirkten Verfolger und Verfolgter unscheinbar, ja unwichtig. Ihr wisst, wie es weitergeht.

Die Perspektive stand diese Woche im Mittelpunkt des Schreibkurses. Die drei klassichen Erzählperspektiven sind:

  • Allwissender Erzähler (neuerdings auktoriale Perspektive genannt)
  • Personale Perspektive (er sagte, sie sagte etc.)
  • Ich-Erzähler

Weniger klassisch, aber auch möglich:

  • Du-Perspektive (z.B. in „Das Glück der Anderen“ von Stewart O’Nan; mir natürlich vor allem bekannt, aus den Buffy-Soloabenteuern)
  • Wir-Perspektive (auch das gibt’s: „Die Selbstmord-Schwestern“ von Jeffrey Eugenides)
  • etc.

Wichtigste Grundregel, wenn man sich für eine Perspektive entschieden hat: konsequent bleiben. „Das wird sonst vom Lektorat sofort abgelehnt!“, sagte unser Leiter noch. Das heißt nicht, dass das ganze Buch in einer Perspektive geschrieben sein muss, aber im selben Abschnitt sollte man nicht die Perspektive wechseln.

Für Semi-Puristen ist es allerdings zulässig, die personale Perspektive ein wenig mit der auktorialen anzureichern, um z.B. die Person, aus deren Perspektive man schreibt, von Außen zu beschreiben: Zum Glück bin ich unbeobachtet, freute er sich, während hinter ihm das Google Streetview Car vorbeifuhr.

Ein Augenöffner war für mich heute folgende Erkenntnis: Wenn man sich nicht traut negatives Feedback auszusprechen wird dadurch jegliches Feedback wertlos.


Bodenlose Unverschämtheit

Nach einigem Zögern hatte ich dem Schreibkurs vor Ostern das 1. Kapitel meines entstehenden Romans vorgelegt. Gestern gab es dazu Feedback von den Teilnehmern. Es ist ein komisches Gefühl eine Geschichte, an der man wochenlang gefeilt hat, schließlich fremden Leuten vorzustellen.

„Ich würde das Buch sofort kaufen … wenn es nicht mehr als 2,50 Euro kostet“, war mein Lieblingskommentar. Insgesamt war ich überrascht über die Ausführlichkeit des Feedbacks. Wir verbrachten die gesamten 1,5 Stunden nur mit meinem Text. Glücklicherweise waren sich alle einig, dass sie den Text spannend und sehr gut fanden, auch wenn viele gegenüber dem Genre vorbehalte hatten. Zitat einer Teilnehmerin: „Ach du Scheiße Science Fiction. Aber dann fand ich es sehr gut.“

Nach viel Lob stiegen wir dann in die „Kleinigkeiten“ ein, die ich noch verbessern könnte. Der Anfang des Kapitels handelt von einem rasanten Absturz. Hier wurden die teilweise noch zu lange Sätze bzw. Gedankengänge der Hauptperson kritisiert. Auch sprachlich konnte der Text noch der Geschwindigkeit der Situation besser angepasst werden, z.B. klang der Satz „Dann widmete sie sich wieder den Bordinstrumenten“ zu gemütlich.
Die Sprache der Hauptperson Ginger war an einigen Stellen inkonsistent. Zu ihrer meist schnoddrigen Art passten manche sehr ausformulierte Sätze nicht.

Wie von mir schon befürchtet hatte ich auch an einige Stellen den Lehrsatz „beschreiben nicht behaupten“ missachtet. Z.B. schrie die Formulierung „Tatsächlich entpuppte sich der leuchtende Punkt nach kurzer Zeit als näher kommendes Raumschiff.“ nach Meinung unseres Leiters nach szenenhaften Bebilderung. Er meinte schließlich auch, dass es eine „bodenlose Unverschämtheit“ sei, dass ich am Ende des Kapitels nicht verraten würde, was in dem silbernen Koffer ist.