Letztes

Planet Eklipse

Unter eine Stunde dauert der Flug durchs Wurmloch in das Sonnensystem von Eklipse, es sei denn der Pilot hat vorm Abflug von der Nautilus-Raumstation nicht sein Schiff mit Treibstoff, sondern sich selbst mit Tannenschnaps betankt. Kein anderer bewohnter Planet hat so viele Mond- und Sonnenfinsternisse wie Eklipse. Seine drei Trabanten stehen mehrfach im Jahr in spektakulären Konjunktionen – sagen die Reiseveranstalter – was zu einer Art Mondtourismus geführt hat und Mondhotels mit eigenen Fernrohren auf jedem Zimmer. Leider scheinen sich die Monde auf manche Mitmenschen negativ auszuwirken. Die Zahl der Spezialzentren für psychische Erkrankungen ist überproportional hoch und einige Patienten verlieren über ihren Wahnvorstellungen völlig den Verstand.

Zukunft hören

2014 nehme ich mir Zeit um den Staub von diesem Blog zu klopfen. Schon eine Weile male ich mir aus, wie die Zukunft wohl aussähe, wenn nicht eine der bestehenden oder aufstrebenden Supermächte dominieren würde, sondern das kleine Europa. Neben einem noch unveröffentlichtem Roman habe ich darüber unter anderem eine Kurzgeschichte verfasst, die Toby demnächst in einem seiner zahlreichen Podcasts anlesen wird, wahrscheinlich zuerst HIER

Die Geschichte werde ich auch zum Download zur Verfügung stellen. Extra dafür habe ich einen Download-Bereich geschaffen. Je nach Resonanz würde ich dann weitere Texte veröffentlichen. Freuen würde ich mich dann natürlich über Likes, Flattrs etc. Drückt einfach einen oder alle der vielen Buttons:

2414

Wir schreiben das Jahr 2414. Die Menschheit musste die Erde verlassen und lebt auf zwölf Planeten, die durch Terraforming bewohnbar gemacht wurden. Die einzig verbliebene staatliche Ordnungsmacht ist die aus der Europäischen Union hervorgegangene Intergalaktischen Union. Sie vereint alle Planeten in einer demokratischen Weltenregierung.

Quantensprünge in Raumfahrt, Künstlicher Intelligenz, Nano-Technologie und Genetik verbessern das Leben. Vormals unheilbare Krankheiten sind heilbar und über 100 Jahre zu werden ist keine Seltenheit. Aber mit jeder neuen Erfindung entstehen neue Risiken. Intelligente Roboter geraten außer Kontrolle, genetische veränderte Pflanzen und Tiere verwüsten ganze Landstriche.

Die unbegrenzten Möglichkeiten überfordern auch den Menschen. Nicht nur, weil die Berufswelt sich immer stärker spezialisiert und man immer länger studieren muss. Die auf der Erde so erfolgreiche Evolution versagt, wenn es darum geht den Menschen in wenigen Generationen auf andere Planeten oder gar den Weltraum anzupassen. Zahlreiche Versuche die menschliche DNA künstlich zu manipulieren oder die menschliche Unzulänglichkeit durch Cyberimplantate zu kompensieren endeten im Desaster.

 

Bob Fnord: Interview mit einem Charakter

Eine Schreibkollegin fragte mich nach der Checkliste, mit der ich meine Charaktere ausarbeite. Für die Hauptpersonen habe ich mir aus der Literatur einige Hilfsmittel zusammengesucht, die ich hier anhand der berühmten realen Persönlichkeit Bob Fnord vorstellen möchte.

Psychologie, Physiologie und Soziologie

Physiologie: Bob Fnord ist mittlerweile 96 Jahre alt. Sein ursprünglich naturblondes Haar ist nun künstlich gefärbt. Seine Figur immernoch athletisch, aber alles an ihm ist irgendwie faltig geworden, besonders sein wettergegerbtes und sonnengebräuntes Gesicht. Er war mal 1,86m groß, ist aber mittlerweile auf 182 cm geschrumpft.

Praktisch dazu ist auch ein Bild zu malen oder sich eins aus dem Internet zu suchen, wie man sich Bob vorstellt:

bob fnord

Soziologie: Bob ist der leibliche Sohn des Imbissbesitzers Walle Kirsch und Rannia Q. Lomb, die im Jahre 2036 kurzzeitig Präsidentin der Mongolei war, ansonsten aber Vorstandsvorsitzende eines indischen Konzerns ist, der Makramee-Arbeiten in die ganze Welt verkauft. Da sie Bob nicht wollten, haben sie ihn zur Adoption freigegeben und er wurde von einem schwulen Elternpärchen im brasilianischem Urwald großgezogen. Seine Jugend war durch Umzüge geprägt, um den ständigen Rodungen auszuweichen. Er studierte biologische Forstwirtschaft an der Universidade Federal de Tocantins und schloss sich einer Studentebewegung an, die gegen jegliche Form von Ausbeutung demonstrierte. Nach der Uni bekam er ein fantastisches Angebot von einer amerikanischen Firma, die sich auf halblegale Brandrodungen spezialisiert hatte und Bob merkte, dass Ausbeutung gar nicht so schlecht war, wenn man nur auf der richtigen Seite stand, nämlich der, die davon profitierte. Er machte eine Fortbildung zum Economic Hitmann und stürzte im Auftrag der chinesischen Regierung Kanada in den finanziellen Untergang. Seine Frau Shakira, seine süßen Kinder Pit, Brat und Angelina und viele Stunden der Meditation unter Palmen auf seiner eigenen Südseeinsel brachten Bob schließlich wieder auf den Pfad der Tugend zurück. Er gründete eine Stiftung und ließ Weizen in Kuppeln auf dem Mond anbauen, um dem Hunger auf der Welt endgültig den Gar auszumachen.

Psychologisch: Bob ist intelligent und kann sehr liebenswert sein, er regt sich aber schnell auf und kriegt fast kolerische Anfälle, wenn etwas nicht so läuft wie er möchte. Als ihm seine Eltern sagten, dass er nur adoptiert ist, hat er tagelang gewütet und Dinge zerstört. Bob hat eine unstillbare Gier auf Neues. Er hat zahlreiche Drogen ausprobiert und in seiner Schul- und Studenteneit unzählige verschiedene Jobs angenommen, die er meistens nach wenigen Wochen wieder hingeworfen hat, weil sie ihn langweilten. Aufgrund seines fotografischen Gedächtnisses und seines überragenden Geistes erfasst er jedes Problem sofort und hat sein Studium in der Hälfte der Mindeststudienzeit absolviert. Die Geburt seiner Kinder und das Alter haben ihn milder gestimmt.

Ich-Zustände

Es kann nützlich sein, sich explizit zu überlegen, welche Ich-Zustände der Charakter (während des Romans) durchläuft. Wie verändert sich der Charakter im Laufe der Zeit?

Jugend: Geprägt vom Idealismus und dem Wunsch Dinge auszuprobieren.

Berufsleben: Streben nach Reichtum ohne Rücksicht auf Verluste

Alter: Rückkehr zum Idealismus und Kampf für eine bessere Welt.

Sprache

Wie spricht der Charakter? Nuschelt er? Benutzt er komplizierte Fachwörter oder schlechte Metaphern? Macht er ständig Witze und dumme Sprüche? Spricht er umständlich oder behördendeutsch? Was wären typische Sätze für Bob?
„Hier wird jetzt gerodet bis die Pelle aus der Wurst springt und wenn Sie im Weg stehen, werden sie mit gerodet.“
„Geld allein macht nicht glücklich. Aber mein geiles 500$ Boss-Hemd macht mich glücklich. Ich muss los, da kommt schon mein fetter Hubschrauber.“

Fragen/Interview

Viele Ratgeber empfehlen Interviews mit den Protagonisten zu führen. Ich habe einen Fragenkatalog benutzt, der nicht direkt vom Charakter beantwortet wird:

Was hat Bob an seinen Eltern am meisten genervt?
Warum sind die Eltern Stolz auf Bob?
Was würde ein Klassenkamerad über den Schulkameraden Bob berichten?
War Bob schon mal verliebt?
Was ist Bobs größter Antrieb?
Wann wird Bob wütend?
Wie reagiert Bob seine Wut ab?
Was bringt Bob zum Weinen?
Was würde Bob nur seinem besten Freund verraten?
Was würde Bob niemanden verraten?
Was würde Bob mit einem Lottogewinn machen?
Für wen würde Bob meilenweit gehen?

Und hier die Aufgabe für die Leser ;-): Wie würdet ihr diese Fragen für Bob beantworten?

Cory Doctorow: Little Brother

„Cory Doctorow“ wer so heißt braucht keinen Künstlernamen ;-). Sein Buch „Little Brother“ wurde u.a. von Orwells 1984 inspiriert und ist ein äußerst spannend geschriebener Roman, der sich mit der Überreaktion eines Staats auf Terrorismus befasst. Der Held Marcus Yallow wird nach einem Anschlag aufgrund eines Zufalls von der Heimatschutzbehörde verhaftet und „modern“ verhört, da er wiederspenstig auf seinen Bürgerrechten besteht. Die brutale Behandlung durch die Behörde verwandelt ihn in einen Kämpfer gegen den Missbrauch des Systems. Doctorow schildert dabei sehr detailliert, wie man die moderne Technik mit Verschlüsselung, Signierung und dezentralen Netzen einsetzen kann, um seine Spuren zu verwischen bzw. unerkannt zu bleiben.

Der Autor betreibt auch einen Blog und veröffentlicht Podcasts.

Science Fiction und Fantasy Magazine

Ich halte gerade „Das Science Ficiton Jahr 2012“ in meinen Händen, eine jährlich erscheinende Übersicht über deutsche Science Fiction Literatur und verwandte Themen. Für mich ein echter Geheimtip, der gerade mir als Frischlingsautor schon einige Einblicke in den Markt gegeben hat.

In dem Buch gibt es eine Übersicht über deutsche SF-Magazine (S.870ff) und ich habe hier mal analog dazu eine Linksammlung erstellt:

phantastisch! – Magazin für Science Fiction, Fantasy & Wissenschaft, Schwerpunkt: phantastischen Welten der Literatur und die Menschen „dahinter“

Nova – Neue deutschsprachigen Science-Fiction-Kurzgeschichten

Exodus – Traditionelle Kurzgeschichte in der phantastischen Literatur, insbesondere der Science Fiction und mit phantastischer Graphik. Hauptsächlich Erstveröffentlichungen.

Xun – Fanzine für Science Fiction – Fantasy – Horror/Grusel – Mystery – Mystik – Psyche – Okkultismus – Steampunk

Andromeda – Magazin des Science Fiction Club Deutschland

Nautilus – Abenteuer-Literatur und -Spiele, fantastisches Kino, PC-Adventures und ein wenig SF.

Soweit erstmal. Über weitere Links (z.B. als Kommentar) freue ich mich.

Bald ist es soweit …

Ach du meine Güte. Mein Verleger hat mitgeteilt, dass mein Skript spätestens Ende Januar vorliegen sollte. Irgendwie hatte ich mit März gerechnet, aber damit meinte er den Veröffentlichungstermin! Über Whynachten muss also geackert werden, um die 42. Überarbeitung noch durchzukriegen und insbesondere die wichtigsten Suchbegriffe der Leser dieses Blogs einzuflechten:

  • stundenplan 1. klasse
  • namen tanzen
  • hochdruckfrittieren
  • schaukelsprüche
  • stat rosa pristina nomine nomina nuda tenemus
  • hyperflorationszyklen

Das wird sicher leicht.

Alle, die sich einen Platz unterm Whynachtsbaum reserviert haben, muss ich also leider enttäuschen und auf Ostern vertrösten.

Love & Landscape – Kein Workshop mit Markus Heitz und anderen fast genauso erfolgreichen Autoren

„Ihr werdet alle verrückt“, wurde den eingetroffenen Jungautoren gleich zu Beginn mitgeteilt, „das ist statistisch erwiesen“. Da verwundert es kaum, dass Drachensporen, ein Igel und der wahnsinnige Lektor Hannibal von Steilenfels (Konsul) sich wie ein rotes Spinnennetz durch das Schreibseminar zogen. Da Markus Heitz, Tom Finn, Thomas Plischke und Ole Christiansen die Veranstaltung größtenteils frontal bestritten, war sie auch weniger ein Workshop als eine Druckbetankung mit dem geballten Erfahrungsschatz der Veranstalter: Genre, Figuren, Welt, Plot, Klischee, Verlag & Agent, Expose und zwischendurch immer wieder essen (Lasagne) und vor allem rauchen, rauchen, rauchen.

Ganz am Ende gabs schließlich noch eine kleine Pitchübung, bei der (fast) jeder Teilnehmer einen kleinen Absatz schrieb. Meiner sah so aus:

Unerwartet verwandelt sich der Besuch eines Schreibseminars für die blonde Germanistikstudentin Marianne Müller in einen Alptraum, als ein Teilnehmer nach dem anderen blutig dahingemetzelt wird. Sie verbarrikadiert sich mit den Veranstaltern auf dem Balkon, als sie erkennen muss, dass einer von ihnen der wahnsinnige Lektor Hannibal von Steilenfels ist. Er hebt die Motorsäge, um Marianne den garaus zu machen, tritt aber dabei auf einen Igel und richtet sich unabsichtlich selbst.

Fazit: Man merkte es den Autoren an, dass sie wirklich allen Teilnehmern den Weg zur eigenen Veröffentlichung ebnen wollten. In der schönen Buchholzer Heide plauderten sie offen aus dem Nähkästchen. Das Seminar fällt somit eindeutig in das Genre Love & Landscape!

Iron Sky – wie ich Sarah Palin lieben lernte!

Sarah Palin ist im Jahr 2018 amerikanische Präsidentin und bangt um ihre Wiederwahl. Da kommt es ihr wie gerufen, dass die Nazis, die sich seit 1945 auf der erdabgewandten Seite des Mondes verstecken, just in diesem Moment zum Großangriff auf die Erde blasen. Ein Krieg hatte noch jedem amerikanischen Präsidenten die zweite Ledislaturperiode gesichert.

„Iron Sky“ ist ein B-Movie, mit Pretty Low Budget, durch Filmförderung und Crowdfunding finanziert, aber mit einem Look, dem man die Billigkeit nicht ansieht. Das liegt an den 3D-Spezialeffekten und ein paar guten Schauspielern.

Der Trailer hatte mich schon vor Monaten neugierig gemacht, aber eine gewisse Skepsis blieb, ob man den dort gezeigten Umgang mit dem Thema Nazis auf 90 Minuten strecken würde können. Auch die teilweise herben Kritiken zur Berlinale und zum Filmstart verwirbelten die Erwartungen.

Am Karfreitag begab ich mich schließlich persönlich in die Spätvorstellung des Cinemaxx-Harburg um Augenzeuge zu werden.

Ich habe es nicht bereut.

Befreit von der Last eines stringenten Plots und mit der Gagdichte eines Monty Python Films wurden am laufenden Band meine pavlovschen Lachreflexe eines europäischen Internetnutzers und SciFi-Fans ausgelöst. Die routinierten Anspielungen auf Star Wars und Star Trek oder die im Netz vielfach umgedichtete Szene aus dem Film „Der Untergang“ mit Bruno Ganz trugen zur guten Laune bei.

Die bösesten Späße aber basieren auf dem offenen Umgang der Mächtigen dieser Welt mit ihrer Machtbesessenheit: Natürlich nutzt die amerikanische Präsidentin jedes Mittel um wiedergewählt zu werden. Natürlich haben alle Länder der UN das geltende Recht zur Nichtbewaffnung im All ignoriert und ihre Satelliten mit umfangreichen Waffensystemen bestückt. Natürlich ist das Bündnis gegen einen gemeinsamen Feind sofort vergessen, wenn es darum geht, wer das Helium-3 auf dem Mond bekommt.

Insofern kann ich mir die entäuschten Kritiker nur mit überzogenen Erwartungen erklären.

Mir zumindest hats gut gefallen!

Iron Sky – wie ich Sarah Palin lieben lernte!

Sarah Palin ist im Jahr 2018 amerikanische Präsidentin und bangt um ihre Wiederwahl. Da kommt es ihr wie gerufen, dass die Nazis, die sich seit 1945 auf der erdabgewandten Seite des Mondes verstecken, just in diesem Moment zum Großangriff auf die Erde blasen. Ein Krieg hatte noch jedem amerikanischen Präsidenten die zweite Ledislaturperiode gesichert.

Iron Sky“ ist ein B-Movie, mit Pretty Low Budget, durch Filmförderung und Crowdfunding finanziert, aber mit einem Look, dem man die Billigkeit nicht ansieht. Das liegt an den 3D-Spezialeffekten und ein paar guten Schauspielern.

Der Trailer hatte mich schon vor Monaten neugierig gemacht, aber eine gewisse Skepsis blieb, ob man den dort gezeigten Umgang mit dem Thema Nazis auf 90 Minuten strecken würde können. Auch die teilweise herben Kritiken zur Berlinale und zum Filmstart verwirbelten die Erwartungen.

Am Karfreitag begab ich mich schließlich persönlich in die Spätvorstellung des Cinemaxx-Harburg um Augenzeuge zu werden.

Ich habe es nicht bereut.

Befreit von der Last eines stringenten Plots und mit der Gagdichte eines Monty Python Films wurden am laufenden Band meine pavlovschen Lachreflexe eines europäischen Internetnutzers und SciFi-Fans ausgelöst. Die routinierten Anspielungen auf Star Wars und Star Trek oder die im Netz vielfach umgedichtete Szene aus dem Film „Der Untergang“ mit Bruno Ganz trugen zur guten Laune bei.

Die bösesten Späße aber basieren auf dem offenen Umgang der Mächtigen dieser Welt mit ihrer Machtbesessenheit: Natürlich nutzt die amerikanische Präsidentin jedes Mittel um wiedergewählt zu werden. Natürlich haben alle Länder der UN das geltende Recht zur Nichtbewaffnung im All ignoriert und ihre Satelliten mit umfangreichen Waffensystemen bestückt. Natürlich ist das Bündnis gegen einen gemeinsamen Feind sofort vergessen, wenn es darum geht, wer das Helium-3 auf dem Mond bekommt.

Insofern kann ich mir die entäuschten Kritiker nur mit überzogenen Erwartungen erklären.

Mir zumindest hats gut gefallen!

%d Bloggern gefällt das: