Juden in Alaska – eine alternative Realität

Auf dem Cover steht Kriminalroman, aber das ist nur die halbe Wahrheit. „Die Vereinigung jiddischer Polizisten“ von Michael Chabon spielt etwa zu unserer Zeit, aber in einer alternativen Realtität.

Nachdem die Juden 1948 aus Israel vertrieben wurden, haben ihnen die USA in Alaska ein auf 60 Jahre begrenztes Aufenthaltsrecht eingeräumt. Leider schreiben wir das Jahr 2007 und in zwei Monaten müssen sie die Gegend räumen. Für den alkoholabhängigen Protagonisten Meyer Landsmann ist das aber nur eines von vielen Problemen. Nach der Trennung von seiner Frau haust er in einem abgeranzten Hotelzimmer und lebt nur noch für seinen Job als Kriminalbeamter. In seinem Hotel wird jemand erschossen und seine neue Vorgesetzte, seine Ex-Frau, verbietet ihm die Ermittlung. Natürlich macht er auf eigene Faust weiter.

Der Roman ist gespickt mit jiddischen oder ans Jiddische angelehnte Begriffen. Das ist eine kleine Einstiegshürde, aber nach ein paar Rückgriffen auf den angehängten Index ist man schnell drin und hat Spaß an der Sache: Eine Pistole ist eine Scholem, was eigentlich Frieden heißt. Ein Informant ist ein Schtinker und das Dampfbad heißt Schwitz. Der Text ist spannend, so reich an Metaphern und spritzigen Dialogen, dass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe.

Empfehlenswert!

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