Fragebogen für ein X

Lange nichts mehr zum Schreiben geschrieben ;-) . Der Schreibkurs ist ja nun schon eine Weile zu Ende, aber ich treffe mich mit einem Teilnehmer einmal im Monat und wir geben uns gegenseitig Feedback.

Für meine Haupcharaktere habe ich kleine Fragebogen ausgearbeitet, um sie besser charakterisieren zu können:

Was hat X an seinen Eltern am meisten genervt?
Warum sind die Eltern Stolz auf X?
Was würde ein Klassenkamerad über den Schulkameraden X berichten?
War X schon mal verliebt?
Was ist X größter Antrieb?
Wann wird X wütend?
Wie reagiert X seine Wut ab?
Was bringt X zum Weinen?
Was würde X nur seinem besten Freund verraten?
Was würde X niemanden verraten?
Was würde X mit einem Lottogewinn machen?
Für wen würde X meilenweit gehen?

Manchmal habe ich keine richtige Antwort gefunden, z.B. wenn X nie weint, was aber trotzdem eine Erkenntnis war.

Für das Alien aus dem Film Alien I hat sich folgendes ergeben:
F: Was hat Alien an seinen Eltern am meisten genervt?
A: Dass sie bei seiner Geburt nicht da waren.

F: Warum sind die Eltern Stolz auf Alien?
A: Es kann so toll mit Säure umgehen.

F: Was würde ein Klassenkamerad über den Schulkameraden Alien berichten?
A: Leider durfte Alien nie die Schule besuchen :-( .

F: War Alien schon mal verliebt?
A: Es findet Ellen sehr attraktiv.

F: Was ist Aliens größter Antrieb?
A: Jagen, überleben und natürlich der Antrieb des Rettungsbeibootes, in dessen Strahl es dann verendet.

F: Wie reagiert Alien seine Wut ab?
A: Säurestrahl

F: Was bringt Alien zum Weinen?
A: Schlechte Sequels

F: Was würde Alien nur seinem besten Freund verraten?
A: Leider hat Alien keine Freunde, kein Wunder bei seinem Verhalten.

F: Was würde Alien niemanden verraten?
A: Das würden wir alle gerne wissen!

F: Was würde Alien mit einem Lottogewinn machen?
A: Erstmal 8 Wochen Karibikurlaub.

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Pjöngjang – Buchempfehlung

Ein autobiografischer Comic von Guy Delisle, der seinen zweimonatigen Aufenthalt in der nordkoreanischen Hauptstadt beschreibt. Scheinbar werden viele Zeichentrickfilme billig nach Nordkorea outgesourced. Was sich George Orwell für sein Buch 1984 ausdenken musste, ist in diesem Land bittere Realität. Unglaublich!

pjöng

Die sechste Armee vor Stalingrad

„Es gibt keine Frauenromane. Gute Romane sind interessant für alle Geschlechter, wieviele es auch immer sein mögen. Genauso albern ist es Romane für Männer anzubieten. Da sieht man dann Bücher wie ‘die sechste Armee vor Stalingrad’. Es gibt ja noch ein paar Themen mehr, für die man sich als Mann interessiert, z.B. den Afrikafeldzug“, meinte unser Kursleiter heute.

In der Textbesprechung lernten wie folgendes: Nicht zuviele chronologische Sprünge. Sonst kommt man emotional nicht an die Haupfigur heran. Das konsequente Dranbleiben an der Hauptfigur kann man sich gut in Filmen von Alfred Hitchcock oder Oliver Stone abschauen.

Veröffentlichungen waren ein weiteres Thema der Stunde. Unser Leiter empfiehlt, sich eher an Agenten als direkt an Verlage zu wenden, da diese viel besser einschätzen können wo sie ein Buch wie anbieten und die Konditionen besser verhandeln können. Eine Liste von Agenten findet man z.B. bei Sandra Uschtrin (LINK). Auf zwei Punkte soll man bei einem Agenten achten:

  1. Er oder sie sollte keinen Pfennig Geld verlangen, bevor man als Autor nicht Geld bekommt.
  2. Auf die Frage „Wieviele Manuskripte nehmen sie an?“ sollte die Antwort nicht „alle“ lauten. Seriöse Agenten nehmen nur einen Bruchteil der angebotenen Manuskripte an!

Nimmt ein guter Agent ein Manuskript an, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass dieses bei einem Verlag vom unteren Bereich eines Manuskriptstapels auf einen besseren Platz rutscht. Insgesamt ist auch viel Glück dabei, dass das eigene Manuskript tatsächlich mal veröffentlicht wird – aber man kann ja träumen. Unser Leiter berichtete davon, dass eines seiner Bücher ins türkische übersetzt wurde: „Ich habe Zuhause ein Buch stehen, dass ich selber geschrieben habe, aber nicht lesen kann.“

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Verbrennt Eure Kurzgeschichten

Du kriegst 10 Euro, wenn Du den nächsten Satz auch noch liest. Erster Tag des von mir belegten Schreibkurses. Der Ablauf: Jede Woche wird ein Text eines Teilnehmers besprochen. Wir bleiben respektvoll, aber scheuen uns nicht die Texte begründet zu kritisieren („Der Text ist nicht der Autor“). Finden alle den Text schlecht, kann man ihn ruhig wegwerfen. Der Leiter der Veranstaltung hat selbst einmal alle seine Kurzgeschichten verbrannt. Die Welt wäre eine bessere, wenn mehr Leute seinem Vorbild nacheifern würden.

Die ersten Tipps:

  • Wir schreiben über den Widerstreit des menschlichen Herzen mit sich selbst (William Faulkner).
  • Je besser der Text, umso weniger wird behauptet („Er war sehr traurig“ = würg)
  • Schreib den ersten Satz so, dass der Leser den zweiten lesen will.
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