Wer es bis jetzt verpasst hat: Am 20.Febr. sind Wahlen in Hamburg.
Als eher halb- denn nachtaktives Parteimitglied der Grünen, werde ich natürlich für alle Fehler der Regierung in Hamburg persönlich verantwortlich gemacht. Um dieser universalen Haftbarkeit etwas entgegenzusetzen, habe ich an einem Wahlkampftraining teilgenommen. Ich rekapituliere hier kurz meine Erkenntnisse, damit ich sie morgen am Wahlkampftstand vor den Arkaden auch flüssig wiedergeben kann:
Moorburg: Was erwidert man auf die Aussage, dass die Grünen mit Moorburg ihr Versprechen gebrochen haben? „Sie haben Recht.“ Leider hatte Christa Sager klar gesagt, dass Moorburg mit ihr nicht kommen wird. Der Grund warum die GAL damals nicht die Koalition verlassen hat war, dass sie immerhin noch erhöhte Umweltauflagen durchsetzen konnte und dies insgesamt besser war als auszusteigen und gar nichts zu erreichen.

Moorburg - Grüße aus der Vergangenheit
Elbphilharmonie: Die geschätzten Kosten lagen ganz am Anfang bei 77 Millionen. Nicht nur im Nachhinein betrachtet erschien das vergleichsweise günstig. Deswegen waren die Grünen auch nicht dagegen. Soweit ich es verstanden habe unterlag das Controlling aber anderen und die gigantische Fehlrechnung hätte von diesen entdeckt werden müssen. Als Konsequenz wurde schließlich der Projektleiter gefeuert, aber der Bau war schon zuweit fortgeschritten, als dass man ihn jetzt einfach hätte stoppen wollen. Eine riesige Garage an der Elbe wäre kein gutes Wahrzeichen. Ein erwarteter Vorwurf ist auch, dass die Philharmonie nur die oberen 10.000 kulturell bedient. Gegenargument: Es wird günstige Tickets geben. Jemand meinte preiswerter als eine Cinemaxx-Karte.
Elbvertiefung: Dass unser Trainer die Elbvertiefung als Erfolg bezeichnete, erstaunte mich zuerst auch. Die Argumentation: Der Erfolg ist, dass die Vertiefung bisher verhindert werden konnte und es sogar möglich ist, dass sie gar nicht stattfindet, da u.a. die EU noch zustimmen muss. Die GAL hat sogar die Stiftung „Lebensraum Elbe“ durchgesetzt, die unter anderem über die Hafengebühren finanziert wird. Der Grund für die Elbvertiefung ist, dass die neueste Generation der Containerschiffe den Hafen nicht vollbeladen anlaufen kann. Zum Glück ist einer ständigen Vertiefung schon bald eine „natürliche“ Grenze gesetzt: Der Elbtunnel. Aber es wird sicher Vorschläge geben diesen auch tieferzulegen… erste Angebote verlauten, dass dies für 77 Millionen machbar ist.
Ich würde mich freuen, wenn die GAL gut abschneidet.
Großartig, wenn auch teilweise etwas vernuschelt ist auch die Rede von Heinz Strunk („Die Partei“): LINK